
Experimentierfeld Verwaltung: München wieder ohne Microsoft?

Vor Jahren war das eine Art Konterrevolution in der Softwarenutzung von Verwaltungen, als München, das einst mit der Entscheidung für Linux als Betriebssystem das Softwaremonopol von Microsoft infrage gestellt hatte, 2017 beschloss, wieder in die Arme von Windows & Co. zurückzukehren ‒ gegen die kleine Gegenleistung einer Verlegung der deutschen Microsoft-Zentrale samt Gewerbesteuereinnahmen nach München.
Jetzt wurde beschlossen, wieder auszusteigen: Die neue Koalition, bestehend aus Grünen, SPD, FDP und Freien Wählern, will künftig Open Source zur Grundlage der Softwarebeschaffung machen. Was auch bedeutet, dass eigene Softwareentwicklungen der Stadt auf dieser Grundlage erfolgen. Man bekennt sich zum Grundsatz "Public Money, Public Code", übersetzt: Was mit Steuergeldern finanziert wird, soll auch allgemein nutzbar sein.

Das wird nicht ganz so folgenreich sein, wie es auf den ersten Blick klingt, denn abgesehen von Büroprogrammen sind die meisten Anwendungen grundsätzlich maßgeschneidert, weil sich nicht nur die Größe von Kommunen, sondern auch deren Strukturen unterscheiden ‒ immerhin haben 16 Bundesländer 16 verschiedene Gemeindeordnungen. Aber neben dem finanziellen Anreiz gab es noch einen weiteren Grund für die damalige Kehrtwende: Es war ausgesprochen schwierig, qualifiziertes IT-Personal zu finden. Dieser Punkt dürfte sich inzwischen geändert haben, weil viele Standardaufgaben in diesem Bereich von KI übernommen werden.
Die Partei, die das IT-Ressort übernimmt, ist die FDP. Sie will ein "Digitalreferat" schaffen, das nicht nur die Abhängigkeit von Software-Konzernen und Beratungsunternehmen verringern, sondern zusätzlich mithelfen soll, jährlich eine halbe Milliarde an Kosten einzusparen. Helfen soll dabei unter anderem, dass die städtische Verwaltung Daten nur noch einmal erheben soll ‒ eine Aufgabe, die einfacher klingt, als sie ist, da sich dahinter unzählige Schnittstellen verbergen: sei es zur Verwaltung des Landes Bayern, wie in der Jugendhilfe, oder zum Bund, wie beim Wohngeld.
Die Fachpresse jedenfalls scheint von diesem Schritt begeistert. Das IT-Portal Heise schreibt: "Wenn 'Open Source als Normalfall' tatsächlich gelebt wird, wie es die Marschroute vorgibt, könnte die Stadt ihren Status als digitaler Vorreiter zurückerobern."
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